Energieanbieter Wechsel-Tipps - den Preis richtig bewerten


Energieanbieter Wechsel-Tipps - den Preis richtig bewerten

Was Sie bei einem Anbieterwechsel beachten sollten

Den Energienbieter wechseln an sich ist vollkommen einfach. Es gibt ein paar Grundlegende Dinge zu beachten wie der richtige Zeitpunkt wegen Kündigungsfristen etc. Dieser Artikel soll Ihnen helfen die Daten, die der Stromvergleich oder Gasvergleich Ihnen bietet, richtig zu bewerten. Zudem möchten wir Ihnen ein paar Tipps geben wie Sie richtig bei den Verträgen und Konditionen für Energie sparen.

Wie oft soll ich wechseln bzw. wie lange soll der Vertrag laufen?

Das ist zunächst eine Frage der "Bequemlichkeit". Um sich nicht zu oft mit einem Wechsel beschäftigen zu müssen ist eine Laufzeit von 12 Monaten ratsam. Allerdings zahlt man hier einen gewissen Aufschlag auf den aktuellen Strompreis. Daher ist ein Vertrag mit einer Laufzeit von 12 Monaten zwar bequem, aber nicht unbedingt die günstigste Alternative. Daher sollte man sich auch mit kurz laufenden Verträgen (3-6 Monate) auseinandersetzen. Hier zahlt man einen geringeren Preis für Strom oder Gas an sich. Das einzige Risiko besteht darin, dass der Strom- oder Gaspreis in der Zwischenzeit so stark ansteigt, dass die Ersparnis in den ersten Monaten durch die starke Preissteigerung aufgefressen wird. Das Risiko erachten wir als überschaubar, denn die Energieanbieter kennen den Markt und preisen die zu erwartenden Preissteigerungen in ihre Angebote mit ein. Daher ist die anzunehmende Preissteigerung in den länger laufenden Verträgen mit einkalkuliert.

Ein kleines Rechenbeispiel zum Verständnis für "Vielwechsler"

Wir rechnen mit "glatten Zahlen" zum besseren Verständnis und nehmen einen Stromvertrag als Basis. Zudem gehen wir davon aus, dass der Stromverbrauch jeden Monat gleich ist (500 KWh).

Alternative I: Sie schließen einen Vertrag ab über 12 Monate und zahlen inkl. Grundgebühr etc. 20 ct/KWh. Sie verbrauchen 6000 KWh pro Jahr und zahlen somit 1200 Euro für den Strombezug. Sie haben einen monatlichen Abschlag von 100 Euro zu zahlen und müssen sich nicht weiter um andere Tarife kümmern.

Alternative II: Sie haben auch die Möglichkeit einen Vertrag mit einer Laufzeit von zum Beispiel 6 Monaten abzuschließen, der Stromanbieter bietet Ihnen für diese Laufzeit angenommen 18 ct/KWh inkl. Grundgebühr an. Das würde bedeuten, dass Sie in diesen 6 Monaten 3000 KWh verbrauchen und diese mit 540 Euro berechnet würden. Sie hätten dann also 60 Euro gespart bezogen auf den Vertrag mit 12 Monaten Laufzeit.

Was ist mein Risiko bei kurzen Vertragslaufzeiten?

Ihr Risiko besteht darin, dass die Konditionen innerhalb der angenommenen sechs Monate so stark angestiegen sind, dass der neue Preis bei 22 ct/KWh oder darüber liegen würde - dann hätten Sie mehr bezahlt bzw. nichts gespart und etwas mehr Arbeit gehabt. Je nach Verbrauch ist dieses Risiko überschaubar und nicht zu vergleichen mit Vorkasse-Tarifen. Hiervon raten wir ausdrücklich ab.

Wie geht es weiter bei Vertragsende? Wie verhalte ich mich jetzt?

Jetzt gibt es zwei Szenarien, egal welche Vertragslaufzeit Sie gewählt haben. Diese Vorgehensweise gilt bei jedem Vertragsende. Entweder der Energieanbieter belässt den Preis bei den vereinbarten Konditionen und Sie sparen weiterhin, oder aber er erhöht seine Konditionen. Dies muss er Ihnen sechs Wochen vor wirksam werden der neuen Konditionen mitteilen. Nun vergleichen Sie erneut die Angebote der Versorger und schauen welcher Anbieter gerade am günstigsten ist. Ist dies Ihr jetziger - bleiben Sie dort und tun Sie nichts. Ist ein anderer günstiger? Wechseln Sie.

Wie berechne ich den tatsächlichen Preis pro KWh?

Nehmen wir wieder an der Stromverbrauch liegt bei 6000 KWh pro Jahr. Anbieter eins berechnet 20 ct pro KWh und hat einen Grundpreis von 10 Euro im Monat. Diese Kosten müssen Sie nun umlegen. Also pro Kilowattsunde zahlen Sie 120 Euro / 6000 KWh = 2 ct. Der tatsächliche Preis pro KWh beträgt also 22 ct. Anbieter zwei bietet Ihnen 17 ct pro KWh und hat einen Grundpreis von 400 Euro. Sie legen den Grundpreis wieder um und errechnen 400 Euro / 6000 = 7 ct. Der tatsächliche Preis beträgt hier also 24 ct. Der augenscheinlich "günstige" Anbieter ist effektiv teurer wie der augenscheinlich "teure". Lassen Sie sich daher nicht nur von dem Preis pro KWh beeinflussen. Rechnen Sie alle Kosten mit ein und finden Sie somit das definitiv günstigste Gesamtpaket.

Neukundenbonus - ist das ein Vorteil?

Auch hier müssen Sie genau rechnen. Die Anbieter locken mit Neukunden-Boni und spekulieren darauf, dass der Verbraucher bei Vertragsablauf den Kündigungstermin versäumt. Und dann wird es teuer. Der Bonus wir zudem erst ausgezahlt, wenn man mindestens 12 Monate beliefert wurde. Das kann bei einer Preiserhöhung nach 12 Monaten zu einer Situation führen, die die Bonusauszahlung verhindert. Daher raten wir Ihnen dazu sich genau zu überlegen, ob diese Tarife von den Discountern wirklich die richtigen sind. Stadtwerke zum Beispiel bieten oftmals effektiv gleichwertige Konditionen ohne spezielles "Vertragswerk".

Wichtig beim Preisvergleich ist also generell der tatsächlich zu zahlende Preis pro KWh. Egal ob bei Strom oder Gas.

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